Bergbau und Sklaven im römischen Hispanien
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Bergbau und Sklaven
Öl, Garum und Keramiken
Bedeutung der Wirtschaft

 
1.1. Bergbau und Sklaven

Wirtschaftlich betraten die Städte Hispaniens zunächst als Luxuskonsumenten und Sklavenbeschaffer den römischen Markt. Die hispanischen Eliten importierten Luxusgüter, vorher bereits aus den griechischen und karthagischen, dann aus den römischen Kolonien. Exportgüter waren anfangs hispanische Sklaven und die reichlich vorhandenen Metalle. Viele indigene Einwohner wie Bergistani, Lusitani, Arevaci und Cantabri wurden als Sklaven innerhalb und außerhalb Spaniens verkauft.[7] Das Landesinnere, Lusitania und Tarraconensis beherbergte reiche Gold-, Silber- und Kupfervorkommen, die vorher schon von den Einheimischen durch eine spezielle Technik abgebaut worden waren. Die Römer verbesserten diese Technik durch ein 40 km langes Aquädukt und erhöhten die Produktion erheblich. Im bekanntesten Abbaugebiet Las Médulas  wurden 300 Millionen Tonnen Sedimentgestein abgebaut.[8] Im Nordwesten und Zentralhispanien gab es trotz des massiven Bergbaus keine Ansammlungen von Städten wie etwa in der Baetica. Der Grund dafür waren die schlechteren landwirtschaftlichen Bedingungen[9] und die fehlende Anbindung zum Meer. Der Transport von Nahrung über das Festland war viel zu unrentabel, als dass man damit eine große Anzahl von Städten hätte errichten können. Der Landtransport von Getreide verdoppelte dessen Preis alle 450 km.[10] Außerdem arbeiteten im Bergbau fast ausschließlich Sklaven und der Unternehmer wird laut Lepelley wahrscheinlich der Kaiser gewesen sein.[11] Somit hatte der Bergbau für das Reich große Bedeutung – für die hispanische Stadt aber wahrscheinlich nicht.

 

 


 

[7] Simon Keay: Roman Spain. S. 75

[8] Claude Lepelly (Hrsg.): Rom und das Reich in der Hohen Kaiserzeit. S. 134

[9] Claude Lepelly (Hrsg.): Rom und das Reich in der Hohen Kaiserzeit. S. 133

[10] Claude Lepelly (Hrsg.): Rom und das Reich in der Hohen Kaiserzeit. S. 40

[11] Claude Lepelly (Hrsg.): Rom und das Reich in der Hohen Kaiserzeit. S. 134