Ritter und lokale Eliten in Hispanien
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Ritter und lokale Eliten

 
3.3. Ritter und lokale Eliten

Die wenigsten Eliten in Hispanien schafften den Weg zum Senator oder gar zum Kaiser. Ritter zu werden war jedoch um einiges einfacher. Hispanische equites sind bereits seit 81 v. Chr. bezeugt. [41] Den Zensus von 400 000 Sesterzen erreichten sehr viele, so sind in Gades 500 Ritter bezeugt. Ab den Flaviern gab es sogar mehr provinziale Ritter als italische, das Verhältnis lag bei 30 : 21. [42] Bei den ordines der Städte war das Bild unterschiedlich: Während manche Gemeinden Probleme hatten überhaupt genug vermögende Eliten zu finden, erreichten in der Stadt Tarraco hingegen die meisten Mitglieder des lokalen ordo genug Vermögen um Ritter werden zu können. [43] Die Zugehörigkeit zu einem solchen ordo war weitaus bedeutender als zu dem einer kleineren Stadt. Überall kann man jedoch von recht eifrigen Stadteliten sprechen: Obwohl oft peregriner Herkunft, waren sie es, die das Stadtbild  prägten und die römische Kultur am meisten vorantrieben. Lag der Vorteil doch auf der Hand: Mit einem Aufstieg der Stadt war auch persönlicher Aufstieg verbunden. Der Aufstieg hatte oft immense Auswirkungen, vor allem auf das Stadtbild. Das von Hadrian neu gebaute Viertel in Italica war keine Ausnahme. Als die Stadt Baelo unter Claudius zu einem Munizipium ernannt wurde, riss man die alten Gebäude ab und baute das Stadtzentrum nach römischem Vorbild neu auf. Die auf einem Hügel gelegene Stadt Sabora in der Baetica ließ ihr Stadtzentrum sogar in die Ebene verlegen, da dort besser nach römischem Vorbild gebaut werden konnte. [44] Es scheint, dass die lokalen Eliten erst nach einer Privilegierung begannen das Stadtbild zu romanisieren. Ihr Verhalten scheint logisch. Denn erst in einer Stadt mit romanisierter Verwaltung konnte man durch Euergesien Magistrat oder Duumvir werden.


 
 

[41] Simon Keay: Roman Spain. S. 83

[42] Géza Alföldy: Römische Sozialgeschichte. S. 108

[43] Géza Alföldy: Römische Sozialgeschichte. S. 110

[44] Simon Keay: Roman Spain. S. 58 - 59